Verein zur Erhaltung der Wiesenbacher Kulturlandschaft e.V.

Folgen Sie uns auch auf:

|

  • Facebook Social Icon

|

© 2020 by Verein zur Erhaltung der Wiesenbacher Kulturlandschaft e.V.

  • VEWK e.V.

Interessante Stammtisch-Runde beim VEWK

Zum ersten Stammtisch des Vereins zur Erhaltung der Wiesenbacher Kulturlandschaft am 2. Mai traf sich eine kleine aber sehr diskutierfreudige Runde im Restaurant KRETA. Da neben VEWK-Vereinsmitgliedern auch der lokale Landwirt und der Bürgermeister mit von der Partie waren, konnten die Themen von verschiedenen Seiten beleuchtet werden. Dies verlangte von jedem Teilnehmer eine Portion Disziplin zum Zuhören, führte jedoch zu einem sehr konstruktiven Austausch. Im Laufe des Abends wurden mehrere Themen angesprochen, die für die Zukunft im Blick bleiben müssen. Hier nur drei Beispiele:


1. Mistelaktion – ein voller Erfolg

Die vom VEWK im März initiierte Aktion gegen den parasitären Befall von Apfelbäumen durch Misteln wurde von den Streuobstwiesen-Besitzern im Gewann Neurott (hinter der Kühberghütte) fast flächendeckend durchgeführt. Viele z.T. schon ganz zugewucherte Apfelbäume konnten so gerettet werden. Es ist beeindruckend, wie viel erreicht werden kann, wenn jeder einen Teil dazu beiträgt.


2. Pflanzenschutz-Versuche und Ausbringung von gülleähnlichen Stoffen auf Wiesenbacher Gemarkung

In den letzten Monaten wurden dem VEWK von Bürgern zwei Vorfälle mitgeteilt, bei denen auf Wiesenbacher Gemarkung Stoffe auf Acker und Wiese ausgebracht wurden, die nicht der Regel entsprachen. Der VEWK stellte dazu eine Anfrage im Rathaus, wer eigentlich in solchen Fällen informiert wird. Dass Befürchtungen hierbei begründet sind, mussten Landbesitzer im Landkreis Rastatt und Baden-Baden erfahren, wo rund 400 Hektar Ackerland mit sog. per-und polyfluorierten Chemikalien dauerhaft verseucht sind. Die Suche nach dem Verursacher ist ohne Erfolg und Schadensersatz nicht in Sicht. Bei den zwei Anfragen in Wiesenbach konnte der Bürgermeister nach Nachforschungen Entwarnung geben. Frau Friedetzki, die örtliche Umweltbeauftragte im Rathaus, wurde zudem von ihm beauftragt entsprechende Klauseln in die Pachtverträge der Gemeinde einzuarbeiten, die einer Verseuchung des Bodens vorbeugen sollen. Privatbesitzer verpachten ihr Land allerdings in der Regel ohne schriftlichen Pachtvertrag.

3. Verkehrswertverluste bei Grundstücken

Im Abstand von 2 Jahren werden alle Flurgrundstücke anhand von Luftbildern neu kartographiert. Dabei findet entsprechend ihres Bewuchses eine Bewertung nach drei Kategorien statt: Ackerland, Grünland und Biotope. Der finanzielle Wert von Ackerland ist höher als der von Grünland und dieser ist höher als bei Biotopen. Wird nun z.B. eine Ackerfläche 5 Jahre lang als Wiese genutzt, so darf sie nicht mehr als Acker umgebrochen werden. Der anwesende Landwirt konnte auf seinem Tablet-PC zeigen, welche Flurstücke auf Wiesenbacher Gemarkung schon so verwildert sind, dass sie mittlerweile als „Landschaftselemente“ oder Biotope gelten. Das bedeutet, dass für den Besitzer finanzielle Verluste entstanden sind und er nicht mehr frei darüber bestimmen kann, wie er das Land bewirtschaften will.


(AB)