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Brief: Überschwemmungen vom 28. April 2023 – Hochwasserschutz in der Ackerflur realisieren

Wiesenbach den 05.05.2023

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Grabenbauer,

sehr geehrte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,


das Starkregenereignis vom Freitag dem 28. April 2023 hat große Schäden verursacht. Wege und Straßen wurden überflutet, Gebäude beschädigt und Eigentum zerstört. Auch ist davon auszugehen, dass die Kanalisation, die in einigen Teilen Wiesenbachs gerade frisch gesäubert worden war, nun wieder mit den durch die starke Erosion fortgespülten Sedimenten zugesetzt ist. Ein Schaden der enorm ist. Die Schädigung der Ackerböden und deren Einbuße an Fruchtbarkeit kommt noch dazu.


Auffallend ist, dass überall dort, wo in Wiesenbach konventionelle Landwirtschaft betrieben wird, die Schäden besonders groß sind - z.B. im Maistumpf. Dort fallen mehrere Punkte auf, die die Überschwemmungen noch verschlimmert haben. Die sehr großen Schläge wurden alle gleich bewirtschaftet, waren daher alle gleichzeitig dem Regen ungeschützt ausgesetzt. Das hätte sich mit abwechselnden Schlägen mit Sommer- und Wintergrünen Früchten vermeiden lassen können.

Zudem hatte die leergeräumte Flur keine Unterbrechungen, durch z.B. Ackerrandstreifen und Hecken sodass Wasser und Schlamm teils ungebremst in den Ort fließen konnte.


Durch z.B. höhenparallele Streifen und höhenparallele Bewirtschaftung hätte der Schaden aus unserer Sicht zumindest deutlich reduziert werden können. Auch der ein oder andere verschwundene Graben zwischen den Schlägen hätte dazu beitragen können das Ereignis besser kontrollieren zu können.


Obwohl es sich noch nicht um ein wirklich großes Starkregenereignis handelte wurde es doch für viele Bürgerinnen und Bürger zum Schock. An anderen Orten, sind schon deutlich höhere Niederschlagsmengen gemessen worden. Was wäre dann in Wiesenbach passiert? Was werden die Bürgerinnen und Bürger tun, wenn sie nach diesem Ereignis in Zukunft auf den Schäden sitzen bleiben, da Versicherungen nicht mehr zahlen?


Wir sind davon überzeugt, dass jetzt in der Flur gehandelt werden muss.


Das 2019 ausgearbeitete und differenzierte Landschaftskonzept bietet eine gute Grundlage um Maßnahmen abzuleiten. So ließe sich ein solches Ereignis zukünftig besser abfedern.

In einem ersten Schritt fordern wir daher die Gemeindeverwaltung nochmals dazu auf, die über die Jahre verschwundenen Gräben wieder herstellen zu lassen. Diese Gräben mit breiten Grünstreifen rechts und links können die Erosion stark reduzieren und den Abfluss verlangsamen und lenken. Zudem müssen die ausgehandelten Pachtverträge angepasst werden. Dies eröffnet große Spielräume, um wichtige Maßnahmen umzusetzen, z.B. um die massive Bodenverdichtung zu verhindern und rückgängig zu machen. Die Kleingliedrigkeit und Vielfältigkeit unserer Feldflur muss wieder gestaltet werden. Wir als Verein möchten hierbei unsere Mitarbeit anbieten.


Höhere Gewalt ist die eine Sache, aber die Akteure der Landbewirtschaftung - allen voran die Gemeinde als große Verpächterin und Organisatorin der Ackerflächenaufteilung zwischen den Landwirten - haben hier Verantwortung und müssen aktiv werden.



Mit freundlichen Grüßen


Jan Blasel

1. Vorsitzende

Verein zur Erhaltung der Wiesenbacher Kulturlandschaft e.V.


 

Den Brief in Druckform finden Sie hier.

Bis auf eine einzelne Antwort warten wir bis heute auf Rückmeldung.



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