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„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“.

Aktualisiert: 1. Dez 2020

Viele Wiesenbacher Bürger sehen die Probleme, die mit der Klimakrise und dem Artensterben zusammenhängen. Die Dürresommer der Jahre 2018, 2019 und 2020 machen drastisch klar, dass es so nicht weitergehen kann. Auch die EU und die Landesregierung haben auf der Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse und mit dem Schub des drohenden Bürgerbegehrens ProBiene klar signalisiert, dass anders gewirtschaftet werden muss. Doch diese Mühlen mahlen anscheinend langsam bis endlich konkrete und wirksame Veränderungen vor Ort folgen. Deshalb haben in Wiesenbach einzelne Landbesitzer schon mal dort Verantwortung übernommen, wo sie selbst dazu in der Lage sind. Nicht nur im eigenen Garten kann man sich umstellen und mehr Natur zulassen. Auch bei der Verpachtung der Äcker kann man als Landbesitzer in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Bauern am Ort Prioritäten setzen.


Dazu ist es wichtig, dass man mit der Person, die den Acker bewirtschaftet, einen Vertrag macht. Das ist in anderen Dörfern selbstverständlich. In Wiesenbach aber hatten über Generationen hinweg vor allem nur die Gemeinde, die Kirchen und einzelne Großbesitzer schriftliche Verträge. Für die anderen galt, dass die Bauern untereinander die Äcker tauschten und man erst mit Auszahlung des Pachtgeldes wusste, welcher Bauer sich gerade auf einen vor Generationen geschlossenen „mündlichen“ Pachtvertrag berief. Dazu kam, dass über eine lange Phase hinweg sich die meisten Pachtverhältnisse in einer „Hand“ sammelten. Dies hat sich mit der neuen Auswahl an Bewirtschaftern nun wieder geändert. Wenn man nun sieht, dass es sehr unterschiedliche Formen der Landbewirtschaftung gibt, ( von „chemisch-synthetisch“ bis „Bio“), kann man als Verpächter mit einem Pachtvertrag festlegen, welcher Bauer das eigene Land bewirtschaftet und welche Kriterien dabei zu befolgen sind.


Einzelne Mitglieder des VEWK haben sich z.B. nach folgenden Kriterien gerichtet:


  • Verzicht auf Glyphosat und andere chemisch–synthetische Spritzmittel

  • Regenerative Landwirtschaft

  • Humusaufbau durch mehrjähriges Grünland (Wiese, Luzerne, Kleegras) mit einjährigem Umbruch für den Anbau von Getreide um den Ackerstatus zu sichern.

  • Erhalt der kleingliedrigen Landschaft durch die Anlage von Ackerrainen, Gebüschen, Landschaftsbäumen, unterschiedlichen Fruchtfolgen auf kleinen Schlägen


(Eine vom Bundesumweltministerium geförderte Website gibt dazu entscheidende Infos und Anregungen: www.fairpachten.org )


Diese „aktiven“ Landbesitzer bringen so ihren Beitrag für weniger Gift in der Atemluft, mehr Humus und damit mehr Bodenfruchtbarkeit, mehr CO2-Einlagerung im Boden, besseres Klima, mehr Wasserrückhaltefähigkeit des Bodens, mehr Regenwasserversickerung, mehr Hochwasserschutz, mehr abwechslungsreiche Lebensräume für mehr Artenvielfalt usw. Sie verwirklichen so Verantwortung für unsere gemeinsamen Wiesenbacher Ressourcen.

Damit ist das Landschaftskonzept auf bürgerschaftlicher Ebene gestartet. Wenn es den Bürgern wichtig ist, dann wird auch das 2019 erarbeitete aber noch nicht installierte „Landschaftskonzept Wiesenbach“ lebendig werden. Beim Klimaschutz kommt es auf jeden einzelnen an.

(Foto: Annette Blasel)

Die Überschrift ist ein Zitat von Erich Kästner.

(AB)

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